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Landesname: Jomhouri-ye Eslami-ye Iran - Islamische Republik Iran
Lage: Mittlerer Osten, Grenzt an die Türkei und dem Irak im Westen. Aserbaidschan, Armenien, Turkmenistan und das Kaspische Meer im Norden. Afghanistan und Pakistan im Osten. Der Persische Golf und das Meer von Oman grenzen den Süden des Landes ab.
Fläche: 1.648.195 km², 27 % Weideland, 10 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald, 52 % Sonstiges
Bundesländer: 30 Provinzen (Ostânhâ, Singular Ostân)
Einwohnerzahl: 69.018.900 (Juli 2004)
Hauptstadt: Teheran (Tehran)
Amtssprache: Persisch: (Farsi)
Oberster Rechtsgelehrter: Seyyed Ali Khamenei
Staatspräsident: Mahmud Ahmadi-Nejad
Nationaler Feiertag: Neujahrsfest: Frühlingsbeginn (21./22. März)
Verfassung:. Dezember 1979, überarbeitet 1989 - Die Verfassung basiert auf Ethik des Islam schiitischer Richtung
Stimmberechtigung: 15. Lebensjahr
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner: 2.055 US-$ (2004)
Kfz-Kennzeichen: IR
Internet-TLD: .ir
Vorwahl: +98
Größten Städte: Teheran, Mashad, Isfahan, Karaj, Tabriz, Shiraz
Religion: 99% Muslime; Christen, Juden, Zarathustrier 1%
Meeresspiegel: Kaspisches Meer -24 m, Damavand 5671 m
Klima: Meistens Trocken oder Halbtrocken, an der kaspischen Küste Subtropisch, an der Golfküste tropisches Trockenklima
Terrain: Raues Hochland, Bergketten Elburs und Zagros umschließen das Land, Zentraliran mit 2 Wüsten (Dashte Kavir und Kavire Lut), flaches Land entlang der Küsten
Beste Reisezeit: Die beste Reisezeit für Iran ist März bis Mai oder September bis November
Bevölkerung: Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 46 % Persern, ca. 20 % Azari, ca. 10 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 7 % Luren und 3 % Belutschen , (= iranische Stämme).
Und ca. 3 % Araber, 2 % Turkmenen, und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier.
Azari auch Aserbaidschaner genannt, sind keine Türken, sondern türkischsprechende Iraner, die zur Zeiten der Türken/Mongolen Herrschaft nur sprachlich assimiliert wurden.
Wirtschaft: Der Iran ist ein bedeutendes
Erdöl
und Erdgas
förderndes Land. Über 85 % des Exportes
entfallen auf Kohlenwasserstoffe. Wichtige Wirtschaftssparten sind auch
die Landwirtschaft, die trotz vieler Gebirge und Wüsten 10 % der
Fläche ausmacht (zur Hälfte künstliche Bewässerung),
Datteln, Teppiche, Kaviar und Textilindustrie.
Medien: Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat, Shargh-Iran), darunter auch mehrere englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International, Daily-Iran).
Einkaufstipps: Die Geschäfte bieten eine große Warenauswahl guter Qualität. Einheimische Produkte kann man in den Bazaren kaufen. Beliebte Mitbringsel sind Intarsienarbeiten, Teppiche, Läufer, Seide, Lederwaren, Tischdecken, Gold-, Silber-, Glas- und Keramikwaren.
Essen & Trinken: Die iranische Küche ist sehr vielfältig und delikat, wird von Feinschmeckern weltweit geschätzt und hat sich durch ihre jahrhundertlangen Handelskontakten entlang der Seidenstraße und durch Traditionen verschiedener iranischen Volksstämme entwickelt. Alle Provinzen Irans haben ihre eigenen Spezialitäten. Aber das nationale Grundnahrungsmittel ist Reis und Brot. Es gibt kaum ein Hauptgericht, das nicht auf Reis beruht oder zumindest mit Reis gegessen wird. Die meisten iranischen Gerichte werden traditionell mit Löffel und Gabel gegessen. Das Nationalgetränk ist der Tee und das auch zur heißen Sommerzeit getrunkene traditionelle Dugh, das ein kühles Getränk mit Salz, Minze gewürzt ist, und aus halbsaurem Joghurt und Wasser hergestellt wird.
Geschichte
Einleitung
"Nur wenige Völker haben ihre nationale Identität über einen so langen Zeitraum hinweg zu wahren vermocht." (Willy Brandt)
Bevor wir Ihnen die Geschichte in einer Zusammenfassung erläutern werden, möchten wir Ihnen über den Namen Iran und Iraner einiges erklären.
Die Iraner sind Angehörige des "Kulturraumes Iran" und gehören der indogermanischen Völkerfamilie an. Dabei ist zwischen dem Angehörigen des Kulturraumes Iran und dem Staatsbürger des Staates Iran (Staat) zu unterscheiden. Zwar wird in der heutigen Literatur teilweise auch Iranier verwendet, um den Angehörigen der Völkergruppe und den Staatsbürger des Staates Iran zu unterscheiden. Dennoch werden in der Umgangssprache "Iranier" und "Iraner" oft unterschiedslos verwendet.
Das Wort "Iraner" bedeutet Arier, womit das alt-iranische Wort Arya, was "edel" bedeutet, gemeint ist. Unter anderem bezeichnet Ari ursprünglich "die mit dem Pflug", was heißt, dass Arier eine Bezeichnung für Ackerbau betreibende Stämme sind. Es gibt verschiedene Formen dieses Wortes: "Ayrani, Irani, Ironi, Erani". Dabei wird die Bezeichnung Aryani von den Ostiranern, Irani von den Südiranern, Ironi von den Nordiranern und Erani von den Westiranern benutzt. Der heutige Name des Staates Iran ist vom altiranischen Aryana, Land der Arier, abgeleitet. Aryana ist ebenfalls der Name der staatlichen afghanischen Fluggesellschaft, ebenfalls auf den antiken Namen der Region bezogen.
Naqsh-e-Rostam Inschrift
von Darius: Ich bin Dariush der große König, "König der Könige", König dieser
Länder, die jede Art von Menschen beherbergt, König dieser großen Erde
weit und breit, Sohn Hystaspes, ein Achämenide, ein Perser, Sohn eines
Persers, ein Arier, arischer Vorfahren.
Der achämenidische König Darius sieht sich nicht nur als Perser, sondern lässt seine Herrschaft auch auf seiner iranischen(arischen) Herkunft begründen. Diesem Beispiel folgt auch Shapur, der einen Unterschied zwischen dem Iran und nicht-Iran macht. Beide Inschriften zeigen klar, dass schon die alten Iraner sich als “Iraner“ sahen und sich anhand ihrer Sprache, Kultur und Herkunft von den nicht-Iranern abgrenzten.
Im Paschto (iranische Sprache) und im Persischen ist die Wurzel des Wortes "Arier" noch in der Form "Ar = edel, ursprünglich "(Paschto) bzw. "Arya = edel" (Persisch) lebendig geblieben und gebräuchlich. Obwohl die Armenier sprachlich nicht zur iranischen Völkergruppe gehören, sondern zur Alt-Indoiranischen Gruppe, werden sie dennoch zu den Iranern gezählt. Es existiert eine gemeinsame Ursprache der Iraner mit den indischen Völkern, das Indoiranische, das sich in das Iranischen und Indoarischen-Sprachen aufteilte.
Die Volksstämme *Azari (heutige
Aserbaidschaner)
Zusammenfassung
Dass der Iran ein Ursprungs-Land der Zivilisation ist, ist vielen bekannt. Die Iraner sind ein indo-germanisches Volk, das vor ca. 7000-8000 Jahren in die Region einwanderte.
Die Meder, Nachbarn von Babylon, gründeten das erste Reich (700 v. Chr.) im heutigen Hamadan (Im Westen des Iran), danach kamen die Achämeniden, die im Pars (= Persien, südliches Bundesland des Iran) lebten, an die Macht, besiegten alle umliegenden Nachbarländer und gründeten das erste Weltreich der Menschheit bzw. den ersten Vielvölkerstaat der Geschichte (558 v. Chr.), was am besten in den Gravurarbeiten von Persepolis zu bewundern ist. Der Gründer dieses Reiches war Kyros der Große, der die Juden aus Babylon (“Babylonische Gefangenschaft“) befreit hat. Dieses Ereignis, bekannt als “Tag der Befreiung“, wird noch immer von den Juden gefeiert. Nach Herrschaft der Seleukiden (330-247 v. Chr.), die zur Mischung der iranisch- hellenischen Kultur führte und nach der Machtübernahme der Parther (iranischer Stamm), unter denen es zur Berührung mit dem römischen Reich kam (92 v. Chr.), übernahmen die Sassaniden (224 n. Chr.) die Macht, die bis in die Frühzeit des Islam regierten.
Nach der Ausbreitung des Islam und der Eroberung durch Araber und später Mongolen/Türken (wobei das Land immer von Iranern verwaltet wurde) gab es mehrere Machtwechsel bis in die Jetztzeit im Iran.
Der heutige Iran sorgt immer wieder für Aufsehen in der Weltpolitik. Der Grund ist unter anderem die geopolitische Position bzw. die strategische Lage zwischen dem Kaspischen Meer und Persischen Golf mit großen Erdöl und Erdgasvorkommen. Der Iran war schon immer die Brücke zwischen Asien und Europa, hat deswegen viele Vor- und Nachteile genossen und sich kulturell bereichert. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass iranische Architektur, Literatur, Philosophie, Handarbeit und “7000 Jahre iranische Kunst“ wichtige Bestandteile der Weltkultur sind. Die iranische Kunst und Literatur sind auch in anderen Ländern wie Usbekistan, Turkmenistan, Kasachstan, Tajikistan ect., zu bewundern, die zum iranischen Kulturraum gehören und in denen teilweise oder ganz persisch und andere iranische Sprachen gesprochen werden. Der Iran war das Zentrum der Zarathustra-Religion, die eine der ältesten monotheistischen Religionen der Welt ist und Einfluss auf Judentum, Christentum und Islam hatte.
Die vielfältige Natur und das Klima des Iran sind so wie seine Geschichte von Extremen geprägt. Die Temperaturunterschied zwischen den wärmsten und kältesten Gebieten beträgt 40°-50° Celsius, sodass man gleichzeitig alle vier Jahreszeiten erleben kann.
Interessante Persönlichkeiten aus Politik, Religion, Kunst und Literatur, Philosophie und Wissenschaft haben hier gelebt und ihre Werke hinterlassen.
Chronologie
Alt Iran (ca. 40.000 v. Chr. bis 8000 v.
Chr.)
Bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum) wurde das Land, das als Iran bezeichnet wird, besiedelt, bzw. sind Siedlungsspuren nachweisbar. Die im iranischen Hochland lebenden Menschen entwickelten sich schließlich zur Caucasoide Rasse mit ihren typischen Merkmalen, lange große Nase, helle Haut "da die Sonnenintensivität nicht so hoch war", großer Körper "vorteilhaft für das Gebirge". Durch Anthropologische Tatsachen gab es niemals eine genetische Ausbreitung von der Ukraine "die angebliche Indogermanische Urheimat nach einigen `Forschern`". Es gab auch nie eine Einwanderung in der Zeit wo sich die Indogermanischen Sprachen ausgebreitet haben in den Iran. Sondern, dass der Iran bzw. das Iranische Hochland der Ursprung der Indogermanen ist, und dass sich aus dem Iran die Indogermanischen Sprachen ausgebreitet haben.
Frühe Hochkulturen (ca. 8.000 v. Chr. bis 550 v.
Chr.)
Zu gravierenden Umgestaltungen kam es um etwa 8000 v. Chr. der menschlichen Lebensformen. Die Nomaden wurden sesshaft, Pflanzen wurden kultiviert, Tiere wurden zu Haustieren domestiziert und es entstanden parallel zum Ackerbau weitere Formen der Viehzucht, wie die Wanderweidewirtschaft der Nomaden. Es entstanden schließlich die ersten Dörfer und Siedlungen und es entwickelten sich handwerkliche Tätigkeiten. Um 5000 v. Chr. spezialisierten sich einige Dörfer, Siedlungen und Kleinstädte in der Keramikherstellung und schufen die ersten bewundernswerten Kunstwerke mit mehrfarbiger Bemalung und eleganten Gefäßformen. Es gelang in den Brennöfen auch die Herstellung von Metallen, daher nennt man diese Epoche die Kupfersteinzeit, (Chalkolithikum).
Reich Elam (2.600 v. Chr. bis 640 v.
Chr.)
Das erste Reich auf iranischem Boden ist das Reich Elam, das heutige Gebiet um Khusistan (Khuzistan), das abseits der großen Weltgeschichte vom ersten Auftauchen um 2600 v. Chr. bis zur Niederlage gegen das Assyrische Reich, um 640 v. Chr., Bestand hatte. Die Könige nannten sich "von Anshan und Susa".
Meder-Reich (728 v. Chr. bis 550 v. Chr.)
Das Meder-Reich war das erste große iranische Reich. Die Bewohner waren die Meder, als deren Nachfahren sich die heutigen Kurden und andere iranische Stämme ansehen die, im Nord, Nordwest und West Iran leben. Ihre Sprache, Kultur und Abstammung war iranisch. 835 v. Chr. erwähnte der assyrische König zum ersten Mal die medischen Stämme. Bald nach ihrem Auftreten konnten sie große Bereiche des assyrischen Reiches unterwerfen. Im Jahre 715 v. Chr. führte der Häuptlingsführer Deiokes die medischen Stämme ohne Erfolg gegen das assyrische Reich. Ein Nachfolger, Phraortes, konnte die übrigen iranischen Stämme vereinen und das assyrische Königreich vernichten. Er gründete die medische Hauptstadt Ekbatana (das heutige Hamadan). Astyages, der letzte medische König, führte das Reich bis 550 v. Chr..
Die Antike (550 v. Chr. bis 642 n.
Chr.)
Die Achämeniden (559 v.
Chr. - 330 v.
Chr.) Parther ( 247 v. Chr. – 224 n. Chr.) Die Sassaniden (224 n. Chr. - 651 n. Chr.)
Einbruch des Islam, ab 642
Einbruch der
Türken/Mongolen
Die Schia
Die Zand-Prinzen (1750-1794) - Dynastie der Zand-Prinzen:
Zum ersten Mal nach 700 Jahren mongolischer/türkischer Herrschaft ist wieder ein Iraner auf dem Thron. Allerdings trug er nicht den Titel des Schahs, sondern nur den eines Reichverwalters (Wesir). Vielen Quellen zufolge war der Gründer dieser kurzen Dynastie, Karim Khan Zand, ein Kurde gewesen.
Die Neuzeit
Die Islamische Republik 1979
Iran – Das Land der Extreme
Der Iran, erstreckt sich über ein Gebiet von 1.648.195 km², ist fast viermal so groß wie Deutschland und fast 20 Mal so groß wie Österreich. Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km).
Der höchste Berg des Irans ist der 5.671 m hohe, erloschene Vulkan Damawand im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran. Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Persischen Golf bzw. Oman Meer, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)
Das iranische Hochland erstreckt sich über das ganze Land und prägt den Großteil des Landes. Bis über 1.000 m hoch gelegene Steppen- und Wüstenlandschaften werden von über 4.000 m hohen Gebirgszügen eingerahmt. In mehreren Becken gliedert sich das iranische Hochland und wird von ausgedehnten Wüsten eingenommen. Die Wüste Kavir-e Lut bildet die tiefste Senke des Hochlandes und nimmt mit ca. 15 % der iranischen Landesfläche ein und ist hauptsächlich mit Sand und Felsen bedeckt, während es sich bei Dasht-e Kavir überwiegend um eine Salzwüste handelt. Der Iran grenzt im Norden, an das größte Binnengewässer der Erde, das Kaspische Meer. Die angrenzenden Provinzen Gilan & Mazandaran am Kaspischen Meer, machen diese Region zu einem der fruchtbarsten Landesteilen, viele Bäche und Flüsse durchziehen diese Landschaft. Der Norden Irans wird auch die “Iranische Riviera“ genannt, viele Tehranis zieht es an Wochenenden und Feiertagen an die Küste um aus dem Alttagsstress der Millionen Hauptstadt zu entkommen.
Irans klimatische und topographische Vielfalt ist überwältigend. Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao.
Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr. Der Iran mit seinen extremen Klimaverhältnissen, lassen Temperatur und Luftfeuchtigkeit extrem unterschiedlich ausfallen. Während im Westen und Nordwesten zum Teil erhebliche Niederschläge fallen, herrscht im inneren Hochland Wüstenklima. In der Millionenmetropole Teheran steigen die Temperaturen im Sommer bis zu 40° C, im Winter wird Teheran von starken Schneefällen heimgesucht. Im Süden, am Persischen Golf, steigen die Temperaturen auf über 50° C im Sommer und im Winter kaum unter 15° C. Zwischen den heißesten und kältesten Regionen kann der Temperaturunterschied am gleichen Tag 40° C bis 50° C betragen. Andere Teile Irans wie in den Städten Tabriz, Mashhad & Ardabil können die Temperaturen auf bis zu -30° C und mehr sinken. Auf den Bergen um Teheran bzw. im Elbursgebirge besteht die Möglichkeit zum Wintersport wie in Skigebieten “Dizin“, “Shemshak“, “Tochal“, “Darbandsar“, usw.
Provinzen &
Städte
Der Iran ist in 30 Provinzen gegliedert. 2004 wurde die bis dahin größte Provinz Khorasan in die drei Provinzen Nord-, Süd- und Razavi-Khorasan aufgeteilt. Ein Teil der ehemaligen Provinz wurde auch der Provinz Yazd zugeteilt.
1 - Teheran 2 - Qom 3 - Markazi 4 - Qazvin 5 - Gilan 6 - Ardabil 7- Zandschan 10 - Kurdistan 11 - Hamadan 12 - Kermānschāh 13 - Ilam 14 - Lorestan 15 - Chuzestan 16 - Tschahār Mahāl & Bachtiyārī 18 - Buschehr 19 - Pars 20 - Hormozgan 22 - Kerman 23 - Yazd 24 - Esfahan 25 - Semnan 26 - Mazandaran 27 - Golestan 28 - Nord-Khorasan 29 - Razavi-Khorasan 30 - Süd-Khorasan
Um Ihnen mehr Reiseinformationen bieten zu können, haben wir für Sie einige der wichtigsten und interessantesten Städte und Provinzen erläutert:
Tehran:
Teheran, Hauptstadt und Millionenmetropole, ist das politische und wirtschaftliche Machtzentrum im Iran. Teheran liegt am Rande des Elbursgebirges, dessen Bergspitzen (Damavand 5671m) ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Neben 5 Skipisten die beliebte Wintersportorte sind, befindet sich eine der längsten Seilbahnen der Welt, die die Wintersportler auf 4000m Höhe befördert. Es herrscht ein Kontinentalklima mit trockenen, bis zu 40° C heißen Sommern und kalten Wintern mit starken Schneefällen. Die von mehr als zwölf Millionen Menschen bewohnte Stadt, die täglich Tradition, Kunst und Moderne aufeinander prallen lässt, macht Teheran zu einer wirklichen Metropole. Der größte Diamant der Welt – “Meer des Lichtes genannt, befindet sich im Juwelenmuseum dieser extravaganten Millionenstadt. Trotz junger Geschichte Teherans gibt es zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten: Archäologisches-, Teppich-, Marmor-, Glas- und National- Museum, Golestan-, Sadabad- und Niavaran- Palast, Bazar und Azadi Monument.
Shiraz:
Shiraz, die Stadt der Rosen & Dichter, ist die Hauptstadt der südlichen Provinz Pars. Zu den Zeiten der Achämeniden war sie das kulturelle und politische Zentrum und zog schon damals viele Geschäftsleute und Reisende an.
Die prächtige Oasenstadt, die in einer Höhe von 1540m liegt, ist durch Parkanlagen und Gärten bekannt, die nach Rosen und Orangenblüten duften.
Durch Gedichte und Philosophie der berühmten Dichter Saadi (13. Jh.) und Hafez (14. Jh.) bekam Shiarz den Beinamen “Dichterhauptstadt des Iran“; vor allem das Werk von Hafez inspirierte Goethe zum Verfassen des “West- Östlichen Divan“.
Herrlich ist der Orient
Übers Mittelmeer
gedrungen;
Nur wer Hafis liebt und
kennt
Weiß, was Calderon
gesungen.
J.W. von Goethe
Neben den Grabstätten von Saadi und Hafez gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten: - Feuertempel der Stadt “Darab“ - Stadt “Fassa“ - Ruinen-Festung der Stadt “Bishapur“ - Bagh-e Eram, botanischer Garten - Vakilkomplex, bestehen aus dem Bazar, Moschee, Bad & Festung
In einer Entfernung von etwa 50km von Shiraz liegen die Nekropolen von Naqsh-e Rostam (steil abfallende Felswand mit Grabstätten der achämenidischen Könige) und das von der UNESCO anerkannte Weltkultur-Erbe Persepolis (“Stadt der Perser“). Nach ca. 100Km Weiterfahrt erreicht man Pasargad (die erste achämenidische Stadt)und das Grabmal von Kyros dem Großen.
Persepolis war das Machtzentrum der
damaligen Weltherrschaft (500 v. Chr.). Es sind viele Bücher darüber
geschrieben worden:
“Jeder, der schon einmal die Gelegenheit hatte, Persepolis mit
eigenen Augen zu sehen, wird den dort gewonnen Eindruck nie vergessen
können ... sie (die Ruinen) symbolisieren in ihrer Größe und Großartigkeit
die Macht der damaligen Herrscher“. (Dr. Heidemarie Koch ISBN 964-306-049-7)
Isfahan:
Isfahan, genannt „“Hälfte der Welt“, ist durch wunderschöne Moscheen, Paläste, Brücken und Medressen geprägt. Die wohl bekannteste iranische Stadt wird jährlich von hunderthausenden Besuchern bewundert und geschätzt.
Der Ort war schon in vor-achämenidischer Zeit besiedelt. Zur Zeit der Parther-Herrschaft war Isfahan bereits Provinzhauptstadt, später auch Münzstätte und Armeesitz.
Die Glanzzeit der Stadt war die Zeit der Safawiden (1501-1722), die die Stadt zur Reichshauptstadt und zu schönsten iranischen Stadt machten.
Die heutige Industrie- und Handelsstadt liegt in einer Höhe von 1600 m und wird durch den Fluss “Zayende Rud“ geteilt. Die über den Fluss gezogenen „“Khajou-„“ und „“Sio Se-pol-„“ Brücken mit ihren Teehäusern in den Bögen strahlen abends mystische orientalische Schönheit aus und sind, neben den am Rande des Flusses gelegen Parks und Gartenanlagen, die beliebtesten Erholungszentren von Isfahan.
Der Frühling, in dem zahlreiche Obstbäume blühen, der Herbst, in dem Farbensturm die Augen erfreut, und schließlich der Winter, der mit wenig Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt, ins Land zieht, lässt dieses persische Sprichwort zu: “Der gesund nach Isfahan geht, wird nie krank, der erkrankt nach Isfahan geht, kehrt gesund zurück“
Unter zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Isfahan ist der Imam-Platz (UNESCO – Weltkultur-Erbe) von besonderemWert; Den “weitläufigsten, elegantesten und aromatischsten Platz auf der ganzen Welt“ nannte im 17. Jahrhundert der englische Globetrotter Thomas Herbert das Geviert, und weiter: “Eine großartigere Raumschöpfung ist in der Tat kaum vorstellbar. 500 Mal 150 Meter misst der Platz und ist also sieben Mal so groß wie der Markusplatz in Venedig und wie dieser rundherum von Loggienhäusern gesäumt, die Antiquitenläden beherbergen“ (ORF Nachlese 03/2001).
Zu den Loggienhäusern des Platzes gehören: Ali-Ghapou Palast, Skeil- Lotfollah Moschee, der Bazar und die Imam-Moschee, die die Architekturen alle Eposchen des Islam beinhaltet und das Meisterstück der Islamischen Architektur ist.
Weitere Sehenswürdigkeiten: Chehel-Sotoun Palast (Palast der 40 Säulen, tatsächlich sind es zwanzig, die sich in einem Wasserbecken wiederspiegeln), Hasht-Behesht Pavillon, Medresse Chahar-Bagh (Schule), Vank Kathedralle, Menarjonban-Turm, Tschahar-Bagh (ein freier Platz mit Bäumen bepflanzt und mit Kanälen gestaltet, welche die alte Stadt mit dem Fluss “Zayande Rud“ verbinden
Yazd:
Die geheimnisvollste, interessanteste und zu gleich schönste Wüstenstadt des Iran befindet sich im Zentrum des Landes.
Yazd – “Perle der
Wüste“
Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz repräsentiert mit einzigartigen architektonischen Juwelen die über viertausendjährige Geschichte des Iran. Wegen zahlreichen tausenden Jahren alten Strukturen und Bauten, die unversehrt geblieben sind, steht ein Teil dieser Stadt unter Denkmalschutz. Yazd’s angepasste Architektur und vor allem die Windtürme erleichtern das Leben am Rande der Wüste gelegenen Stadt.
Die Anziehungskraft des nahe liegenden Berges “Shir-Kuh“ (4080m), mit seiner angezuckerten Schneespitze lockt jeden Abenteurer.
Das heiße, trockene Klima und der Wassermangel haben die Menschen nicht daran gehindert, den ganzen Iran mit ihren Agrarprodukten zu beliefern. Blutrote Granatäpfel haben auch europäische Märkte verschönert.Von der Gebirgskette “Shir-Kuh“ fließen die lebensspendenden Bäche in unterirdische Kanäle, die ihr Wasser den Ebenen zuführen und grüne Oasen inmitten einer kargen und majestätischen Umgebung schaffen. Die Süßigkeiten dieser Region (die besten im Iran) und ihre Handarbeit sind im ganzen Iran angesehen.
Yazd war Treffpunkt, Zufluchtsort und Niederlassung der Mystiker und Gnostiker. Die Region ist Hochburg und Pilgerort der Zarathustrier aus aller Welt. Die anspruchvollste Sehenswürdigkeit hingegen von Yazd ist die Stadt selbst, besonders aus der Vogelperspektive betrachtend. Die halbkreisförmigen Lehmkuppeln bieten eine wunderschöne Ansicht der traditionellsten iranischen Stadt.
Yazd lag an den Handelsrouten, zwischen Pars und Zentral-Asien bzw. zwischen Iran und Indien. Die Seide dieser Stadt wird von allen Iranern geschätzt und kam im 13. Jh. Nach Europa.
Sehenwürdig sind: - Zarathustra Feuer Tempel - Türme des Schweigens - Freitagsmoschee (höchstes Doppelminarettportal im Iran) - Dolatabad Garten -
Die Provinzen Gilan & Mazandaran
Die zwei nördlichsten Provinzen sind wie zwei riesiege prachtvolle Gärten an der Küste des Kaspischen Meers gelegen. Gilan & Mazandaran sind die grünsten Regionen des Iran und erstrecken sich über mehr als 600 km Länge mit sehr humidem Klima. Die Nordstreifen Irans werden durch die Elbursgebirgskette vom Rest des Landes getrennt, deren Berge kunstvolle Panorama-Bilder entstehen lassen. Auf der Fahrt nach Namakabrud in Mazandaran genießen Reisende die frische Luft der unberührten Wälder, im ersten Teil der Reise schwebt man mit der Seilbahn über die grünen Juwelen. Viele Hotels und Villen an den Küstenstreifen dieser Region bieten Touristen und Einheimischen angenehme Urlaubsaufenthalte.
Die regenreiche und fruchtbare Provinz Gilan ist wie eine Zwillingsschwester von Mazandaran. Grüne, unberührte Natur bedeckt die Küstenregion des Kaspischen Meeres. Dörfer in den Bergen und glasklare Wasserfälle erzeugen eine wunderschöne Kulisse. Die historische Stadt Masuleh befindet sich in einer Entfernung von etwa 63 km von der Hauptstadt Rasht. Der Anzali-Hafen, mit der größten Lagune der Welt, ist einer der ältesten Handelshäfen der Welt. Die wunderschönen Seerosen und bunte Vögel machen die Anazali-Lagune zu einem besonders romantischen Ort. Der Fischfang hat in dieser Region einen hohen ökonomischen Stellenwert, vor allem durch den Störfang und den teuersten “Iranischer-Kaviar“ mit welthöchster Qualität.
Die dichten Wälder, die idyllischen Dörfer mit ihrer gastfreundlichen Bevölkerung und die Besonderheit des Kaspischen Meeres machen einen Ausflug dorthin lohnenswert.
Religion &
Sprachen
Religionen
Irans:
Die Iraner sind angehörige des Islam schiitischer Richtung, ein kleiner Teil gehört dem sunnitischen Islam an. Es gibt auch eine kleine Minderheit von Christen, Juden und der Zarathustrier (iranische Religion).
Nach der Spaltung der Moslem von Sunniten und Schiiten, wurde der Iran eines der bedeutendsten Länder der islamischen Welt. Hier entstanden nicht nur die meisten Texte, Schriften, Bücher, Zeitungen über den Islam, sondern auch die häufigsten kritischen Ansichten gegenüber dem Islam in der ganzen Welt. Nicht nur die erste “islamische Revolution“ von 1979 sondern auch der erste Gottesstaat der islamischen Welt wurde hier geschaffen.
Iranische Sprachen und ihr
Kulturraum:
Der Iran, ist nicht nur Persien, die Iraner, sind nicht nur Perser, nein die Iraner sind viel mehr!
Der “iranische Kulturraum“ ist ein Kulturraum, der von den iranischen Volksstämmen bewohnt wird, die dem Iranismus, Germanismus angehören.
Der “iranische Kulturraum“ begann sich schon zu Zeiten des Achämenidenreiches zu entwickeln. Als "Kyros der Große" das erste Weltreich der Geschichte erschuf wurden somit auch die iranischen Volksstämme in ein gemeinsames Großreich befördert.
Der “iranische Kulturraum“ formt eine Einheit, die sich über viele Jahrtausende ausgebildet und gefestigt hat. Man kann den “iranischen Kulturraum“ gut mit Europa vergleichen.
Die iranischen Stämme leben auch außerhalb Irans, im “iranischen Kulturraum“ der sich vom Mittelmeer und Anatolien, als auch über den Kaukasus im Westen, zum Himalaya im Osten, vom Persischen Golf im Süden bis zu den Zentralasiatischen Steppen im Norden erstreckt.
Die Grenzen bilden dabei im Westen mit Anatolien der Bosporus, im Südwesten mit Irak und Syrien der Eufrat, im Süden das mesopotamische Tiefland, der arabische Küstenstreifen und das Omanische Gebirge, im Osten der Sindus, das Kunlun Gebirge und die Takla-Makan Wüste, im Nordosten mit dem Jertis Fluss, im Norden mit dem Eurasischen Steppengürtel und im Nordwesten mit dem Dnieper und dem Volga Becken.
Die iranischen
Sprachen:
Die iranischen Sprachen sind eine Sprachgruppe innerhalb des indoiranischen Zweigs der indogermanischen Sprachfamilie. Weltweit gibt es über. 170 Millionen Menschen, die eine iranische Sprache sprechen.
Die Klassifizierung der iranischen Sprachen geschieht sowohl nach linguistischen als auch geographischen Gesichtspunkten. Daher können einige Sprachen nicht eindeutig einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. So gehört das moderne Neupersisch, die wichtigste iranische Sprache der heutigen Zeit, zwar offiziell der west-iranischen Gruppe an, doch das Vokabular und die vereinfachte Grammatik der Sprache stammen aus dem Osten des Iran (Zentralasien) und aus ost-iranischen Dialekten, unter anderem Avestisch, Sogdisch und Parthisch. Die Sprache kann keineswegs eindeutig auf das Altpersische der Achämeniden zurückgeführt werden, wohingegen die Ähnlichkeiten zum Avestischen sehr groß sind.
Man kann die iranische Sprachen in zwei große Gruppen unterteilen, Ostiranisch und Westiranisch , wobei jeder dieser Gruppen wiederum eine Nord- und Südgruppe hat.
Alitiranische
Sprachen
(vom Anfang der Bezeugung bis zum Achämenidenreich)
Mitteliranische
Sprachen
(von Alexander bis zur Islamisierung)
Neuiranische
Sprachen
(ab Islamisierung) Adaptierte arabische
Schrift, in der Sowjetunion kyrillische Schrift, manche nicht
verschriftlicht
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